Geschichte des Gasthofs zum Noisternig in Salzburg

Der Gasthof hieß zu Beginn des 19. Jahrhunderts „Gasthof zum Lobmayer“. Am 13. Dezember 1800 brannte er, genauso wie die damaligen Güter „Kienzl“ und „Asthammer“, vollkommen nieder, als nach dem Gefecht auf dem Walserfeld ein Franzose einen brennenden Strohkranz in eine benachbarte Scheune warf.

Der Gasthof wurde neu errichtet und trug danach den Namen „Bettelmanns Umkehr“. Dieser etwas seltsame Name rührt von einer damals dort angebrachten und von Kontrollorganen bewachten Zollschranke her, vor dem Bettler und Walzbrüder umkehren mussten. Etwa ab dem Jahr 1820 führte der Gasthof den Namen „Gasthaus zur Kassupp´n“. Zu dieser Zeit fanden erstmals die Versammlungen der so genannten „Kassuppengesellschaft“, einer großdeutschen Vereinigung Salzburger Bürger und Intellektueller statt, die sich ein Salettl auf dem Grund des Gasthofes erbauten und dafür extra „deutsche Erde“ aus dem benachbarten Bayern anliefern ließen.

1869
erwarb der bisherige "Gruberwirt" Benedikt Trautmann († 1899) den an der Straße nach Reichenhall gelegenen Gasthof. Trautmann bewirkte 1875 die Versetzung der vom bedeutenden Salzburger Barockbildhauer Josef Anton Pfaffinger geschaffenen, lebensgroßen Steinplastik des Hl. Nepomuk (Schutzpatron vor Wassergefahren) von der alten Nonntaler Brücke an die steinerne Nepomukbrücke in Maxglan.

Nach dem Ersten Weltkrieg kam der Gasthof in das Eigentum meiner Urgroßeltern Josef Noisternig 
(† 1942)  &  Paula Noisternig († 1968). Sie erwarben den Gasthof damals  von der Stiegl-Brauerei, nachdem sich Trautmann verschuldet hatte und mit dem Gasthof bürgte.
Josef Noisternig war damals als Obmann des Ringer-Athleten-Klubs, der Invaliden-Organisation und als Pferdehändler sehr bekannt. So hatte er auch Kontakt zu Heinrich Kiener, der ihm den Gasthof verkaufte. Bis 1967 waren Theodor und Anna Breitfuß (meine Großeltern) die Pächter des Gasthofes.


Im Anschluss erwarben meine Eltern, Theodor und Gisela Hämmerle den Gasthof und waren über 31 Jahre die Wirtsleut’. Seit 1998 sind meine Frau Edith und ich die Besitzer und Eigentümer des Gasthofes, der somit schon seit 4 Generationen im Familienbesitz ist. Wir sind uns der Aufgabe bewusst, die Tradition weiter zu führen und erfreuen uns immer wieder an  den etwa 40 Stammtischrunden sowie Stamm- und vielen weiteren lieb gewonnenen Gästen, die uns die Treue halten.

Ihre Familie Theodor und Edith Hämmerle

"Was du ererbt von deinen Vätern hast,
erwirb es, um es zu besitzen."

Johann Wolfgang von Goethe